Forum 202 - Sucht und Strafvollzug - alte Probleme, neue Ansätze?

Inhaftierte Drogenkonsumierende stellen nach wie vor eine prekäre Gruppe innerhalb der Gesellschaft dar. Obwohl sich in den vergangenen Jahren bereits einiges getan hat, um die Situation der Inhaftierten zum Beispiel mit auf sie zugeschnittenen Substitutionsbehandlungen zu verbessern, gibt es nach wie vor Handlungsbedarf. Im Forum sollen aktuelle Entwicklungen zur Situation der inhaftierten Drogenkonsumierenden besprochen sowie darauf bezogene politische Maßnahmen erörtert werden.

Franziska Schneider vom IFT München erläutert anhand von aktuellen Daten aus dem Workbook „Gefängnis“ der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD), wie groß der Bedarf an drogenbezogenen Interventionen in Haft ist und wo im Hinblick auf die politischen Rahmenbedingungen Veränderungen angestrebt werden sollten.

Prof. Dr. Heino Stöver wird über das Thema Substitution im Strafvollzug sprechen. Die Bereitstellung und Verfügbarkeit von Substitutionsmöglichkeiten in Haft stellt eine besondere Herausforderung für viele Justizvollzugsanstalten dar. In seinem Beitrag wird Prof. Dr. Stöver auf diese Herausforderungen eingehen und aufzeigen welche bisherigen Ansätze gut laufen und wo weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

Referierende:
Franziska Schneider, Institut für Therapieforschung GmbH, München
Prof. Dr. Heino Stöver, Institut für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt University of Applied Sciences

Moderation:
Heike Timmen, Arbeiterwohlfahrt, Bundesverband e.V., Berlin