Forum 203 - Gesundheitsförderung in der Sucht-Selbsthilfe: sozial, digital, politisch

AUSGEBUCHT!!

In der Sucht-Selbsthilfe wirken die Weitergabe von Betroffenenkompetenz sowie die Ausrichtung an positiven und ressourcenorientierten Gesundheitszielen: Menschen ermutigen, begleiten und befähigen sich wechselseitig zu gesundheitsförderlichen Veränderungen. Im Umgang mit psychischen und physischen, teils chronischen   Erkrankungen, gibt es zunehmend hilfreiche digitale Angebote, für deren Nutzung es der digitalen Gesundheitskompetenzen bedarf. Die sozialen Besonderheiten in der Sucht-Selbsthilfe (u.a. gegenseitige Unterstützung, Teilen von Erfahrungen und Erreichen von Entlastung) lassen sich inzwischen auch digital vermitteln bzw. anstoßen, etwa über den digitalen Austausch in Foren. Zudem engagieren sich Sucht-Selbsthilfegruppen und ihre Organisationen für die Belange ihrer Mitglieder im sozialen und politischen Umfeld.

Jürgen Naundorff erläutert, welche Ziele die Sucht-Selbsthilfe in der Gesundheitsförderung verfolgt, welche Funktionen sie wahrnimmt und welche Inhalte sie transportiert. Auch zukünftig will die Sucht-Selbsthilfe wichtige gesundheitspolitische Beiträge auf Bundes- und Landesebene sowie vor Ort leisten. Denn: in ihr verbinden sich Betroffenenkompetenz und Gesundheitswissen wirksam.

Zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz wurde das Programm „KundiG - Klug und digital durch das Gesundheitswesen“ entwickelt. „KundiG“ richtet sich an Menschen mit chronischen Erkrankungen, deren Angehörige und Interessierte. Mangelnde Kenntnisse digitaler Technologien hindern Menschen oftmals daran, am digitalen Leben teilzuhaben. Insbesondere für Patient:innen ist der Umgang mit Gesundheits-Apps, digitalem Medikamentenplan, Videosprechstunde & Co. nicht immer leicht. Der Gesetzgeber hat mit dem „Digitale-Versorgung-Gesetz“ auf Forderungen reagiert und es wurde der § 20k SGB V in das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) eingefügt. Katarzyna Thabaut erläutert die Hintergründe und wirft einen Blick auf das Programm „KundiG“, das hilft, in kleinen Schritten und mit Unterstützung Wissen zu erweitern und praktische Erfahrungen zu vermitteln.

Referierende:
Jürgen Naundorff, Blaues Kreuz in Deutschland e.V., Wuppertal
Katarzyna Thabaut, Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS), Berlin

Moderation:
Regina Müller, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm