Forum 205 - Digitale Lebenswelten -Suchtgefahren und Hilfen im Netz

Die Angebote im virtuellen Raum sind unermesslich vielschichtig - im positiven wie negativen Sinne. Junge Menschen verbringen viel Zeit im Internet. Sie nutzen häufig Social Media, Gaming-Angebote und streamen. Die Mediennutzung kann außer Kontrolle geraten. Das Forum thematisiert Suchtgefahren in der digitalen Welt und informiert über ein innovatives Online-Angebot der Suchthilfe. Dabei schwingt die Frage mit, wie Suchthilfe die Menschen, die ein riskantes Medienverhalten und/oder problematischen Suchtmittelkonsum haben, erreichen kann.

Dr. Jan Dieris-Hirche berichtet aus der Praxis der Behandlung von Menschen mit Internetnutzungsstörungen in der Mediensuchtambulanz LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Mit seinem Beitrag „Süchtig nach Gaming, Porno, Streaming - Ist das möglich? Was kann ich tun?" führt er ein in die Internetnutzungsstörungen und erläutert deren Entstehung.
Die Erfahrungen und die Forschung zeigen, dass spezifische Behandlungsmöglichkeiten notwendig sind, um Menschen mit Internetnutzungsstörungen zu behandeln. Wie gut werden sie durch das Behandlungsangebot erreicht?

Svenja Schüürmann stellt das Angebot „Digitale Streetwork“ von Condrobs e.V. vor. Junge Menschen halten sich viel im digitalen Raum auf. Dabei stoßen sie auf vielfältige, teils widersprüchliche Informationen und Aussagen sowie auf Verherrlichung von Suchtmitteln und Suchtverhalten. Daher findet die digital aufsuchende Soziale Arbeit nun auch in Internetforen und über Social-Media-Kanäle statt. Sie will junge Menschen dort abholen, wo sie sich in Peergroups austauschen. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene mit psychosozialen Problemen und Suchtmittelkonsum bzw. Suchtverhalten sollen frühzeitig präventiv angesprochen werden. Streetwork agiert grundsätzlich mit einer akzeptierenden Haltung gegenüber ihrer Klientel. Digitale Streetworker klären über Substanzen und Safer Use auf und versuchen Wege aus dem Substanzkonsum aufzuzeigen.

Referierende:
Dr. med. Jan Dieris-Hirche, Mediensuchtambulanz LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Bochum
Svenja Schüürmann, Condrobs e.V., München

Moderation:
Wolfgang Rosengarten, Frankfurt am Main