Forum 205 - Die Schnittstellen fachlich und individuell angemessen überwinden

AUSGEBUCHT!!

Abhängigkeitserkrankungen weisen sowohl medizinische und psychische als auch umfassende soziale Ursachen und Folgen auf. Die Frage des Schnittstellenmanagements in der Suchthilfe ist daher fast so alt wie die beteiligten Institutionen selbst. Das bio-psycho-soziale Modell in der Suchthilfe und die Anwendung der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) verpflichtet die unterschiedlichen Berufsgruppen und Akteur:innen zu einer interdisziplinären Zusammenarbeit. Hinzu kommen gravierende Veränderungen der Rahmenbedingungen, die beständige Kooperationsgestaltungen und Anpassungen notwendig machen.

Das Versorgungssystem der Suchhilfe ist differenziert und stellt mit seinen ambulanten, ganztätig ambulanten und stationären Angeboten ein Netzwerk dar, das eine umfassende Behandlung und Betreuung ermöglicht. Diese kann allerdings nur bewirkt werden, wenn es gelingt, Schnittstellen durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit positiv, im Sinne der Klienten und ihren Bedarfen, zu gestalten. Dies sollte einerseits in der jeweiligen Einrichtung, andererseits mit den Leistungserbringern der anderen Settings und darüber hinaus mit den Leistungsträgern umgesetzt werden. Zentrales Ziel aller Akteur:innen der Suchthilfe muss es dabei sein, individualisierte Behandlungs- und Betreuungsstränge für abhängigkeitskranke Menschen und ihre Angehörigen mit gut funktionierenden Übergängen zwischen verschiedenen sozialen, therapeutischen und medizinischen Hilfsangeboten zu schaffen.

Im Forum werfen Bärbel Marrziniak und Dieter Adamski gemeinsam einen Blick auf das Suchthilfesystem - einschließlich der Leistungsträger -, seine Stärken und hemmenden Faktoren. Auch notwendige Entwicklungsbedarfe angesichts der veränderten gesetzlichen und fachlichen Vorgaben fließen in die Betrachtung ein. Abschließend sollen mögliche Handlungsempfehlungen für den Übertritt von einem Suchthilfeangebot zum fachlich angemessenen nächsten Segment zusammengetragen werden.

Referierende:
Bärbel Marrziniak, Suchthilfe direkt gGmbH, Essen
Dieter Adamski, Wilstedt

Moderation:
Stefan Bürkle, Caritas Suchthilfe – CaSu Bundesarbeitsgemeinschaft der Suchthilfeeinrichtungen im Deutschen Caritasverband, Freiburg