Forum 206 - Von der Empfehlung zur Umsetzung: Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Kindern aus suchtbelasteten Familien

Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien brauchen qualifizierte, gut zugängliche, bedarfsorientierte und vernetzte Hilfen. In der Vergangenheit erreichten die bestehenden Angebote die Familien häufig nicht passgenau. Daher beschloss die Arbeitsgruppe Kinder psychisch und suchtkranker Eltern (AG KpkE), die auf Basis eines interfraktionellen Bundestags-Antrags eingesetzt war, in ihrem Ende 2019 vorgelegten Abschlussbericht insgesamt 19 Empfehlungen zur Verbesserung der Situation von Kindern, in denen mindestens ein Elternteil psychisch- bzw. suchtkrank ist. Dr. Koralia Sekler skizziert die empfohlenen Maßnahmen und die Möglichkeiten der Implementierung, die auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene diskutiert werden. Dabei geht sie insbesondere auf die seit Jahren von Fach- und Bundesverbänden geforderte Familienorientierung von Hilfe- und Beratungsangeboten ein.

Als ein Beispiel guter Praxis stellt Dr. Daniela Ruf Ergebnisse des Projekts „Familienorientierte Suchtarbeit zur Stärkung elterlicher Kompetenz” vor, das gemeinsam vom Deutschen Caritasverband e. V. (DCV) und dem Gesamtverband für Suchthilfe e. V. (GVS) durchgeführt wurde. Der Einsatz des entwickelten Rahmenkonzepts zeigte positive Auswirkungen auf die Qualität der Beratung und trug zu einer erhöhten Sicherheit, einer Erleichterung der Arbeit sowie zur Verbesserung von Kooperationsbeziehungen bei. Darüber hinaus wirkte sich der familienorientierte Ansatz positiv auf die Motivation der Ratsuchenden zur Mitwirkung am Beratungsprozess aus.

Das Forum soll die Diskussion zu Fragen der Verstetigung, Finanzierung und Nachhaltigkeit von Angeboten für Kinder aus suchtbelasteten Familien anregen sowie zu einem konstruktiven Dialogprozess zwischen Politik und Praxis beitragen. 

Referierende:
Dr. Koralia Sekler, AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V., Hannover
Dr. Daniela Ruf, Deutscher Caritasverband e.V., Freiburg

Moderation:
Andrea Hardeling, Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V., Potsdam