Forum 107 - Geflüchtete Menschen mit Suchterkrankung - Behandlung und Prävention

Geflüchtete Menschen stellen aufgrund ihrer Erlebnisse im Herkunftsland und auf ihrer Flucht sowie verschiedener sozialer, psychischer und sozio-kultureller Stressoren im Ankunftsland eine potenziell vulnerable Gruppe für riskante und abhängige Formen des Substanzkonsums dar. Das Forum stellt aktuelle Befunde zu Verbreitung des Alkohol- und Drogenkonsums unter Geflüchteten sowie zur Belastung dieser Personengruppe vor. Danach werden Ziele, Vorgehensweisen und Erfahrungen bei der Entwicklung einer Online-Ressource für Fachkräfte der Suchthilfe dargestellt, die mit Geflüchteten arbeiten.

Miriam Lorenz befasst sich im ersten Beitrag mit der Prävention des riskanten und abhängigen Substanzkonsums bei geflüchteten Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Das vom BMBF geförderte Projekt PraeWi der Hochschule Esslingen verfolgt einen partizipativen Ansatz: Es entwickelt, erprobt und evaluiert einen praxisorientierten und wissenschaftlich fundierten Ansatz. Dieser zielt darauf ab, die vielfältigen Herausforderungen im Zusammenhang mit riskantem und abhängigem Substanzkonsum bei geflüchteten Menschen in Gemeinschaftsunterkünften anzugehen.

Dr. Heike Zurhold berichtet über eine Studie zu psychischer Gesundheit und Alkohol- und Drogenkonsum unter erwachsenen Geflüchteten (LOGIN). Es wurden 1.116 Geflüchtete in vier Bundesländern befragt. Zur psychischen Gesundheit wurden Symptome der Ängstlichkeit und Depression sowie der Alkoholkonsum und der Konsum illegaler Drogen erfasst.

Sascha Milin und Lisa Marie Schuh stellen das Online-Portal sucht-und-flucht.de vor. Es wurde als Suchportal zu Hilfen für geflüchtete Menschen mit Suchtproblemen im Rahmen des BMBF-Forschungsverbundes PREPARE initiiert. Für dieses Portal werden kontinuierlich Materialien erschlossen und bibliografisch erfasst, die als Arbeitshilfen Praktiker:innen und Wissenschaftler:innen zur Verfügung gestellt werden sollen. Aktuell wird das Portal für die Sprachen russisch und ukrainisch erweitert.

Referierende:
Miriam Lorenz, Hochschule Esslingen
Dr. Heike Zuhold, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Sascha Milin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Lisa Marie Schuh, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Moderation:
NN