Rahmenprogramm

Der Rausch - ein Film über die unerträgliche Ambivalenz des Alkohols

Ein Filmgespräch mit Angelika Schels-Bernards (B.A. Kulturwissenschaften/ M.Sc Suchthilfe)

Teufel Alkohol, sozialer Schmierstoff, befreiendes Nervengift - der dänische Regisseur Thomas Vinterberg erzählt mit seinem Oskargewinner „Der Rausch“ von dem Versuch, sich dauerhaft glücklich zu trinken und fächert die ganze Bandbreite der Ambivalenz des Alkoholkonsums auf.

Vier befreundete Lehrer erproben die These des norwegischen Psychiaters Finn Skårderud, der Mensch werde mit einem Blutalkohol-Defizit von 0,5 Promille geboren: Erst wenn der Mensch leicht angetrunken sei, vermöge er sein eigentliches Potenzial wirklich zu entfalten. Selbstsicherheit, Inspiration, Lebensfreude heißen die Versprechen, die dieser These eingeschrieben sind.

Da Vinterberg explizit keine rauschkritische Erzählung konzipiert, konturiert er jene Ambivalenz, die dem Zuschauer von der ersten Minute an den Nacken hochkriecht und zwischen ausgelassenen Party-Narrativen und Betroffenheitskino changierend, das eigene, wie das gesellschaftlich akzeptierte Konsumverhalten reflektiert und dabei ausgezeichnet unterhält.

Zum Einstieg gibt die Kultur- und Suchtwissenschaftlerin Angelika Schels-Bernards eine kurze Einführung in den Entstehungs– und Rezeptionskontext des Films. Im Anschluss an den Film haben die Zuschauer die Möglichkeit zur Diskussion rund um die Fragestellung, welche intrinsischen Motivationen durch den Film angesprochen werden (können) und welche suchtpräventiven Potenziale dieser akritischen Rauscherzählung innewohnen.

Die Kosten hierfür betragen 5,- €. Der Beitrag ist vor Ort in bar zu entrichten. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich.