Forum 106 - Suchthilfe: Queer gedacht

Diversität in der Sucht- und Drogenpolitik ist essenziell für die Entwicklung und Etablierung zukunftsgewandter Hilfen für abhängigkeitskranke und -gefährdete Menschen. Das Forum geht der Frage nach, inwiefern die gegenwärtige Suchthilfe sich an die Bedarfe queerer Menschen angepasst hat und welche Veränderungen notwendig sind.

Hierzu berichten der Peerberater Daniel Schiano und die Psychotherapeutin Cornelia Kost vom Angebot der Therapiehilfe e.V. in Hamburg. Seit Februar 2019 wird dort Suchtberatung speziell für alle trans, nicht binären und genderdiversen Menschen angeboten. Es handelt sich um eine Begleitung durch erfahrene Peers und Psychotherapeut:innen, unter besonderer Nutzung von sozialen Medien. Die aktuelle S3-Leitlinie zur Diagnostik, Beratung und Behandlung von Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit fordert die Möglichkeit des kontinuierlichen Kontakts zur communitybasierten Beratung.

Geschlecht ist ein mehrdimensionaler Raum, dessen ganze Ausprägungen wir heute noch nicht alle kennen. Wir wissen, dass genetische, anatomische, hormonelle und psychologische Faktoren sowie die Umwelt das Geschlecht beeinflussen und zwar durch gemeinsame Existenz oder durch Interaktion. Gemeinsam mit den Referierenden sollen u.a. folgende Fragen diskutiert werden: Wie ist dies bei der Suchtberatung zu berücksichtigen? Welche Erfahrungen und Zahlen ergeben sich aus dem Angebot? Welche Aspekte lassen sich hieraus für eine Sucht- und Drogenpolitik der Zukunft ableiten?

Referierende:
Daniel Schiano, Therapiehilfe gGmbH, Hamburg
Cornelia Kost, Therapiehilfe gGmbH, Hamburg

Moderation:
Christine Kreider, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm