Forum 204 - Wenn Sucht ins verborgene Digitale wandert – kann Prävention folgen?
Der Settingansatz ist wichtig und zentral für gut funktionierende Suchtprävention. So werden Zielgruppen in ihrer jeweiligen Lebenswelt (z. B. Schule oder Arbeitsplatz) am besten erreicht. Problematisch wird es, wenn sich diese gut zugänglichen Settings verändern und ins Verborgene wandern – zum Beispiel in den digitalen Raum, der für klassische suchtpräventive Angebote oft schlecht erreichbar ist. In dem Forum möchten wir der Frage nachgehen, wie Prävention diesem Wandel folgen und neue Wege in digitale Lebenswelten finden kann.
Das Programm „freii“ ist ein Angebot, das Internetnutzungsstörungen vorbeugen möchte und hierfür den „Ort des Geschehens“ zum Handlungsfeld macht. Daniel Ott (Villa Schöpflin, Freiburg) stellt das kostenfreie Präventionsprogramm für Jugendliche und ihre Eltern vor. Herzstück ist eine App mit 21-Tage-Programm: Täglich bearbeiten Jugendliche und Erziehende kurze Challenges, die Risikofaktoren von Internetnutzungsstörungen – wie mangelnde Freizeitstruktur oder fehlende familiäre Kommunikation – adressieren und Schutzfaktoren gezielt stärken. Ergänzt durch Schulworkshops und einen YouTube-Kanal verbindet das Programm digitale und lebensweltliche Prävention und erreicht Familien dort, wo Probleme oft entstehen können: im digitalen Alltag selbst.
Der zweite Beitrag geht der Frage nach, welche kommunikativen Herausforderungen entstehen, wenn Prävention zunehmend im digitalen Raum stattfinden muss. Maik Dünnbier (Movendi International, Stockholm) stellt das Programm „NormShift" vor, das mit Unterstützung der Europäischen Kommission entwickelt und in Pilotprojekten erprobt wurde. Es bietet Werkzeuge für Jugendliche sowie Fachkräfte der Jugend- und Sozialarbeit, um über soziale Normen und Umgebungen zu diskutieren, die Risiko- und Schutzfaktoren im Bereich Alkoholkonsum beeinflussen – etwa im Zusammenhang mit der Alkoholindustrie. Aus diesem Entwicklungsprozess lassen sich wichtige Erkenntnisse für die kommunikativen Herausforderungen digitaler Suchtprävention ableiten, die im Forum vorgestellt werden.
Referierende:
Daniel Ott, Villa Schöpflin, Freiburg
Maik Dünnbier, Movendi International, Stockholm
Moderation:
Charlotte Höke, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm
Christine Kreider, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm
Suchthilfeverzeichnis
Über das Suchthilfeverzeichnis der DHS können Sie Einrichtungen der Suchthilfe in Ihrer Umgebung finden.
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